Fahrzeuginsassenversicherung: Ja oder Nein?
Ihr Versicherungsvertreter legt Ihnen ans Herz eine
Fahrzeuginsassenversicherung abzuschließen, Sie sind sich aber nicht
sicher, ob Sie diese wirklich benötigen? Dann sollten Sie sich
folgende Fragen stellen:
Wie oft habe ich überhaupt Mitfahrer im Auto? Sind diese
Familienangehörige und/oder Bekannte? Habe ich bereits eine andere
Form der Unfallversicherung abgeschlossen?
Grundsätzlich gilt natürlich: Wer selten andere mitnimmt, der
braucht auch keine Insassenunfallversicherung.
Wie sieht es aber aus, wenn Sie täglich Ihre Familie zur Schule oder
zur Arbeit fahren, viele Ausflüge unternehmen und das Auto immer
dabei ist? Prüfen Sie hierzu Ihren bisherigen Versicherungsschutz.
Viele Policen schließen die Familie des Versicherungsnehmers
besonders in dessen Vertrag mit ein. Selbst wenn dies nicht der Fall
ist, deckt Ihre Haftpflichtversicherung im Schadensfall die meisten
Kosten ab. Genau wie bei jedem anderen Mitfahrer, den Sie
transportieren.
Einziges Manko: Die Haftpflichtversicherung kommt nur für die
gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen auf und die Prüfung der
Haftung kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Die
Insassenunfallversicherung zahlt dagegen sofort, unabhängig davon,
wer Schuld an dem Unfall hat. Besonders zu erwähnen ist auch, dass
die Haftpflicht nicht für jede Unfallart aufkommt. Durch höhere
Gewalt entstandene Schäden sind nicht abgedeckt. So hat man z.B. bei
einem Wildunfall oder einem Reifenplatzer keinen Anspruch auf
Schadensregulierung.
Die Insassenunfallversicherung gilt als "Luxusversicherung", d.h.
dass Sie diesen zusätzlichen Versicherungsschutz entweder nicht
brauchen, oder dass Sie ihn durch andere, günstigere Verträge genau
so gut abdecken können. Wenn Sie das Geld "übrig" haben und Ihr
Gewissen beruhigen wollen, weil Sie häufig Kinder oder andere
schutzbedürftige Personen transportieren, dann sollten Sie eine
Insassenunfallversicherung abschließen. Ansonsten kann man Ihnen
nur raten, Ihre bereits abgeschlossenen Policen zu checken, bzw.
sich bei Ihrem Versicherer nach den Alternativen zu erkundigen.
Ziehen Sie hierfür auch ruhig die Meinung eines zweiten Vertreters
heran, denn viele raten im Zweifelsfall von sich aus von der
Insassenunfallversicherung ab. |